Genf’s Abschiedsgeschenk

Jaaah, ich habs geschafft! Gestern bin ich wieder in Magdeburg angekommen. Trotz Freitag dem 13.

Allerdings musste ich schweren Herzens in den Zug steigen, denn Genf hat gestern noch mal mächtig auf die Tränendrünsen gedrückt.

6:00

Der Wecker klingelt. Schell aufstehen und alles fertig machen. Da schau ich aus dem Fenster und sehe einen wunderschönen Sonnenaufgang. Im Hintergrund die Silhouette der Berglandschaft. (Mein Finger wollte gar nicht mehr aufhören den Auslöser der Kamera zu drücken :wink: )

hostel-sonnenaufgang.jpg

8:30

Nach einem gemütlichen Frühstück sitze ich in der Straßenbahn Richtung Bahnhof (Gare Cornavin). Da steigt ein Mann ein und fängt an auf seinem Akkordeon an zu spielen. Direkt vor meiner Nase! Und als wenn das nicht genug wäre: 2 Stationen später steigt noch einer ein und spielt Klarinette. So etwas hab ich noch nicht erlebt. (und ich bin schon öfter mit der Straßenbahn gefahren) Es war als wöllte mich Genf mit seinen schönen Seiten zum Bleiben überreden. Untermalt mit schweizer Live-Musik lasse ich die Menschen, Gebäude und Autos an mir vorbeiziehen. *Schnauff*

9:14

Der Zug setzt sich in Bewegung und fährt eine Zeit lang direkt am Ufer des Genfer See entlang. Blauer Himmel, das Sonnenlicht spiegelt sich im aalglatten Wasser. Im Hintergrund Berge. (Hab leider kein Foto. Gegen die Sonne fotografieren geht nich so gut.)

12:00 – Basel. Erste Wölkchen am Himmel.

15:00 – Frankfurt (Main). Stark bewölkt.

19:15 – Magdeburg. Leider kein Regen.

Hätte irgendwie in meine Erwartungen gepasst, wie Deutschland mich empfangen würde. :mrgreen:

Das Endergebnis

Lang ist es nicht mehr dann werde ich wieder zurück nach Deutschland fahren. Deshalb möchte ich nun noch mal kurz präsentieren, was nach 6 Monaten Arbeit letztendlich herausgekommen ist.

Aufgabe war es ein System zu entwickeln, das die Konfiguration bestimmter Rechner im Grid überwacht und auswertet. Also zum Beispiel feststellt wieviel Speicherplatz auf einem Rechner frei ist und diese Information dann in einer übersichtlich Form darstellt.

Dafür habe ich 3 Programme geschrieben:

  • den Client, der auf den einzelnen Rechnern ausgeführt wird, die untersucht werden sollen
  • den Server der all die gewonnen Daten sammelt und abspeichert
  • und eine Website die die Daten dann schön veranschaulicht

Wer sich für Details interessiert, kann sich gerne die Dokumentation und den Code dazu anschauen:

https://twiki.cern.ch/twiki//bin/view/EGEE/WorkerNodeConfiguration

CERN ist komplett transparent in Bezug auf die Forschung die hier stattfindet. Deshalb ist die Software auch unter einer Apache 2.0 Lizenz lizensiert. Trotzdem wäre es zum Teil ein erhebliches Sicherheitsrisiko die eigentlichen Daten zu veröffentlichen. Deshalb entsprechen einige der Bilder und Statistiken, die es gleich zu sehen gibt, natürlich nicht ganz der Realität. Außerdem hat das System noch nicht Daten über alle Rechner gesammelt. Schön anzusehen sind die Bilder aber trotzdem. ;)

Prozessorkerne

Die Anzahl an Prozessorkernen gibt an wieviele Dinge ein Computer gleichzeitig machen kann. Auf Windows Rechner kann man sie sich anzeigen lassen wenn man den Task-Manager öffnet und im Reiter “Leistung” zählt wieviele CPU-Diagramme auftauchen. Bei Heimrechnern sind im Moment etwa 2 oder 4 Prozessorkerne normal. Im Grid jedoch im Durchschnitt 17.

processorcores.jpg

AMD oder Intel?

Ganz klar Intel.

Zeitunterschied zur Atomzeit

Sind die Uhren richtig gestellt? Das kann man leicht mit diesem Histogramm nachprüfen:

Java Version

Für Software-Entwickler ist es natürlich auch wichtig zu wissen, was denn eigentlich auf all den Rechnern so installiert ist – insbesondere in welcher Version. Damit man verfolgen kann wie sich das über die Zeit verändert, gibt es dieses Diagram:

Natürlich kann man all diese Daten noch nach verschiedene Kriterien filtern. Man könnte sich den durchschnittlichen freien Arbeitsspeicher der Rechner der Uni Dortmund anzeigen lassen. Oder vergleichen wieviele Computer welches Betriebssystem in Deutschland und in Frankreich installiert haben. Ich spreche natürlich immer nur von Computern die Teil des Grids sind, also nicht von allen Computer z.B. in ganz Deutschland. Das wäre ein bisschen zu viel verlangt. :mrgreen:

Das macht die Website auch zu so einem Sicherheitsrisiko. Bösewillige könnten Lücken in älteren Versionen von bestimmter Software leicht nutzen um Schadcode einzuschleusen.

Und wie gehts jetzt weiter?

Seit letzten Donnerstag lerne ich meiner Nachfolgerin an, wie alles funktioniert und was man noch verbessern könnte. Und da gibt es noch Viiiieeeles. Ich freue mich aber jetzt schon darauf zu sehen, wie sich das Ganze in der Zukunft weiterentwickelt.

Und mit mir?

Am Montag ziehe ich aus meiner Wohnung in Frankreich aus und verbringe die restlichen Tage (bis Freitag) im Hostel von CERN. Das heißt ab nächstem Wochenende bin ich wieder in Magdeburg zu finden. Juhuuh!

Dann wird erstmal wieder studiert. Muss ja noch ein paar Vorlesungen und Prüfungen absolvieren.

Das Event des Jahrzehnts

Für alle die es interesiert: Morgen früh um 00:31:30 wird der Unix Timestamp auf 1234567890 springen. Cool, He! ;)

Der Unix Timestamp gibt die Sekunden seit dem 1. Januar 1970 an. Für Informatiker ist das sowas wie Silvester. Also geh ich jetzt mal feiern.

Cheers … :D