Genf und seine Busfahrer

Gestern, an meinem ersten freien Tag, habe ich mir natürlich zu allererst die Innenstadt von Genf näher angeschaut und dabei erstaunliche Unterschiede zwischen dem Magdeburger und Genfer öffentlichen Nahverkehr festgestellt.

Nach einem anstrengenden gestrigen Vormittag, den ich zur Wohnungssuche genutzt hatte, gönnte ich es mir nach dem Mittagessen eine kleine Tour durch die Genfer Innenstadt zu machen. Bis zum Bahnhof – dem Gare Cornavin – benötigt man in etwa eine halbe Stunde inklusive einmal Umsteigen. Daher blieb mir genug Zeit die Verhaltenweisen der Busfahrer näher zu beobachten.

Genf vs. Magdeburg

genf-fontaene.jpg Hier scheint es nämlich selbstverständlich zu sein, einen zu spät kommenden Fahrgast trotzdem noch einsteigen zu lassen, auch wenn der Bus schon mitten auf der Straße steht. Hat man es noch nicht geschafft, ein Ticket zu holen, bevor der im Übrigen voll klimatisierte Bus an der Haltestelle ankommt, nimmt einen der Busfahrer ohne Bedenken trotzdem mit, lässt einen dann an der nächsten Haltestelle kurz raus und wartet, bis man am Automaten ein Ticket gezogen hat. Rollstuhlfahrer kommen in den Genuss eines ganz besonderen Services. Wollen sie ein- oder aussteigen, verlässt der Fahrer den Bus, legt eine Art Brett zwischen Gehweg und Bus, um dann selbst Hand anzulegen und den Rollstuhlfahrer aus bzw. in den Bus zu schieben.

Magdeburger Bus- und Bahnfahrer könnten sich davon ruhig mal eine Scheibe abschneiden. Auf Fahrgäste wird hier nur gewartet, wenn zufällig gerade mal eine Ampel von Grün auf Rot springt. Mir ist es sogar schon einmal passiert, dass ein Busfahrer bei Nacht, vermutlich weil ich nicht direkt an der Haltestelle stand, sondern 10 Meter daneben, einfach vorbei gerauscht ist. 5 Minuten später kam er mir mit einem breiten Grinsen wieder entgegen.

Aber zurück zu meinem Ausflug.

Die Innenstadt von Genf

genf-bruecke-mont-blanc.jpg Genf scheint mir eine sehr schöne Stadt zu sein. Natürlich ist nicht alles aus Gold, aber die Straßen sahen sauber und der Vekehr trotz enger Straßen geordnet aus. Besonders im Bereich des Genfer Sees ist alles sehr touristenfreundlich gestaltet. Wegen des Bundesfeiertages am 1. August war dort sogar noch eine Art Rummel mit vielen Ständen und Karusellen aufgebaut.

Einkaufsmöglichkeiten gibt es genug. In nahezu jedem Gebäude der Innenstadt besteht das Erdgeschoss aus Geschäften oder Restaurants. Dazu kommen noch zahlreiche Einkaufscenter. Für Frauen wohl das Paradis auf Erden. ;)

Natürlich konnte ich mir die berühmte Wasser-Fontäne auf dem Genfer See – der Jet d’eau (Wasserstrahl) – nicht entgehen lassen: Laut Wikipedia bis zu 150 Meter hoch bei ca. 500 Litern pro Sekunde.

genf-rudern-sprint-cup.jpg Meine Tour führte mich dann weiter am Genfer See, später durch enge Straßenschluchten zurück zur Mont-Blanc Brücke.

Dort ließ ich mich nieder, um für ein paar Minuten dem 3. Ruder-Sprint-Cup zuzusehen. Erstaunlich war, welche verhältnismäßig hohen Geschwindigkeiten die 8 Ruderer in diesem kleinen Boot erreichen konnten, wenn sie sich so richtig ins Zeug legten.

Zum Schluss lief ich noch etwas weiter entlang der Rhône, bis ich schließlich in einen Bus zurück nach CERN stieg.

geschrieben am 3. August 2008 um 10:17 Uhr

2 Kommentare zu “Genf und seine Busfahrer”

  1. Kay schrieb am

    Das war anscheinend ein ausgesprochen schöner Tag und von miesem Wetter scheint ja auch keine Spur mehr zu sein ^-^
    Deine Bilder sind wie immer echt Klasse. An einem See rumsitzen wäre jetzt auch was für mich.

  2. Thomas schrieb am

    Danke! Ich bemühe mich auch wirklich sehr schöne Bilder zu schießen. Leider geht es noch immer viel zu oft schief.

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