Im Herbst 2007 – ich war also im 5. Semester – fing ich an darüber nachzudenken, bei welcher Firma ich denn gern ein Praktikum durchführen würde wollen. Der Gedanke daran tagtäglich Kaffee durch Buroräume eines kleinen Unternehmens um die Ecke zu schleppen, ließ mich erschaudern. Deshalb steckte ich mir ein großes Ziel: Ein Auslandspraktikum soll es werden. Denn selbst wenn ich dort nur Bildschirme putzen würde, könnte ich wenigstens Erfahrungen im Umgang mit einer fremden Sprache und Kultur sammeln. Am aller liebsten wäre es mir jedoch gewesen in einer richtungsweisenden und modernen Forschungsabteilung zu arbeiten. Umso mehr freue ich mich, dass dieser Wunsch offensichtlich in Erfüllung gegangen ist.
Mein erster Schritt in Richtung Ziel war es, so viel wie möglich Informationen zu sammeln. Ein hervoragende Anlaufstelle dafür ist das Akademische Auslandsamt der Otto-von-Guericke Universität. Dort erfährt man alles was man wissen muss: Welche Professoren haben wohin Kontakte, welche Organisationen gibt es, wie muss ich mich bewerben, usw.
IAESTE
So bin ich auf die Organisation IAESTE aufmerksam geworden. Sie vermittelt kostenlos internationale Auslandspraktika – unter anderem auch für große Unternehmen. Außerdem steht sie eng in Kontakt mit dem DAAD (Deutscher Akademischer Austausch Dienst), bei dem man sich für verschiedene finanzielle Föderungen bewerben kann. Rückblickend war IAESTE das vielversprechenste Angebot, was ich finden konnte.
Man meldet sich einfach unverbindlich an, beschreibt in welchem Land und auf welchem Gebiet man gerne arbeiten würde wollen und bekommt nach ein paar Monaten eine Liste mit Angeboten, die den eigenen Wünschen so gut wie möglich entsprechen. Dann darf man sich einen der Praktikumsplätze aussuchen, reservieren und sich in Ruhe Gedanken darum machen, ob man auch wirklich genau dort hingehen möchte.
Es gibt hier in der Tat keinen Haken. Alles ist kostenlos und unverbindlich. Man muss sich lediglich rechtzeitig anmelden. Der Anmeldeschluss für Praktika im darauffolgenden Jahr ist immer der 30. November.
Ich selbst habe mich auch dort beworben und bekam Ende Februar die Chance zwischen mehreren Angeboten zu wählen. Leider schreibt meine Studienordnung vor, dass ich ein Praktikum über mindestens 20 Wochen absolvieren muss, sodass in der ersten Runde nur ein einziges Angebot übrig blieb. Später werden alle nicht reservierten Praktika noch einmal in einen deutschlandweiten Pott geworfen aus dem man noch einmal auswählen kann. (Aus reinem Interesse ging ich dort später auch noch hin und hätte zwischen vielen Praktika wählen können.)
CERN
Nur eine Woche danach erhielt ich eine Mail von IAESTE, dass noch ein Praktikumsplatz bei CERN frei sei. Auf diese außergewöhnliche Gelegenheit war ich nicht gefasst. Noch am selben Tag lief ich zu verschiedenen Professoren und Ämtern, um zu klären ob ich dort ein Praktikum absolvieren könnte. Als ich den Platz reservieren wollte, war er allerdings schon weg. So schnell kann es gehen!
Etwas enttäuscht surfte ich auf den Websiten von CERN und fand die offizielle Bewerbungswebsite für das Technical Student Program – ein Hoffnungsschimmer. Ich konnte es also immernoch auf die altmodische Art und Weise versuchen. Und genau das tat ich. Ich füllte die erstaunlich kurze Online-Bewerbung aus und bat zwei Professoren ein Formular über meine persönlichen Leistungen und Charakterzüge auszufüllen. Das war es auch schon. Kurze Zeit später erhielt ich die Bestätigung für meine erfolgreiche Bewerbung. Dann musste ich nur noch abwarten.
Zwei lange Monate hat es gedauert, bis ich eine Rückmeldung bekam. Aber schon der erste Satz gefiel mir sehr:
„I am pleased to inform you that …“
Von da an war alles nur noch ein Kinderspiel. Bei einem Gespräch mit meinem zum Glück deutschen Betreuer erfuhr ich auch gleich mein zukünftiges Gehalt.




Echt hammer! Ein Praktikum bei CERN…
Coole Seite, sehr hilfreich!!
DANKE
Toll hast du ein Glück! Eine der besten Praktikumsstellen der Welt bekommen und dann wird man auch noch bezahlt dafür^^
Darf man mal fragen wieviel genau? Ich bin nicht geldgeil aber neugierig.
Ich beneide dich. Weist du, ob es möglich ist auch ein zweiwöchiges Schülerpraktikum als Kernphyiker bei CERN zu absolvieren?
Es wäre schön , wenn du mir antworten würdes.
Hey ich wollte mal fragen ob auch ein 2 wöchiges Schülerpraktikum mit 16 Jahren möglich ist? Wäre toll wenn du mir antworten würdest.
Wow, ich habe nichteinmal gewußt das die Praktika anbieten….
)rischer abiturabsolvent möglich, oder ist Wissen aus dem studium dringend nötig?
Du hast geschrieben das du bezahlt wurdest… hast du auch schla und verplegung erhalten, oder musstest du dich selber darum kümmern? wieviele Jahre im vorraus hats du das Praktikum beantragt?
Wäre auch ein Praktikum als (vorraussichtlich
Wäre wirklich nett, wenn du mir antworten könntest!
Schreib’ doch dazu, wie es dir nach diesem Einblick ergangen ist!
Soweit ich weiß, gibt es am CERN leider keine Praktika für Schüler. Die ausgeschriebenen Programme setzen alle voraus ein Studium im Ingeneurs-, Physik oder IT-Bereich begonnen zu haben. Gesehen habe ich aber schon Schulklassen die das CERN-Gelände für einen Tag besichtigt haben.
@Benno: CERN hat ein kleines Hostel, in dem man für eine Weile unterkommen kann. Die Bewerbungsfristen für Praktika in 2012 sind anscheinend dieses Jahr im Oktober.
Mehr Details zum Bewerbungsprozess gibt es auf ert.cern.ch.