Mein Besuch beim ESOC

Am Ende meiner Weihnachtsferien erhielt ich widererwartend doch noch eine Einladung beim European Space Operation Center (ESOC) vorbeizuschauen und mich vorzustellen.

In Darmstadt angekommen stand ich vor dem Haupteingang des ESA-Geländes. Genau wie in CERN wird es durch große Zäune und Sicherheitsleute bewacht. Aber von beeindruckenden Raketen-Abschussrampen war nichts zu sehen. Nur Bürogebäude.

Nachdem ich dann die typischen Besucherformulare ausgefüllt hatte wurde ich von dem Leiter des “Advanced Mission Concepts and Technologies Office” abgeholt. In seinem Büro unterhielten wir uns über meine Job-Vorstellungen, dass ich auf der Suche nach einem Diplomthema bin und welche Möglichkeiten ich beim ESOC hätte.

Danach gings auch gleich zu einem leckeren Mittagessen in die hauseigene Cafeteria, bei dem ich noch ein paar anderen Mitarbeiten vorgestellt wurde – darunter auch einem Schweizer. Ich arbeite in der Schweiz, er in Deutschland. Schon verrückt irgendwie.

Gestärkt und von einem Tee aufgewärmt kamen wir dann zu dem interessantesten Teil: der Besichtigung der Kontrollzentren. Diese Dinger die man immer im Film sieht. Mit 50 Displays – großen wie kleinen – die alle irgendwie zu blinken scheinen aber man kein Schimmer hat was darauf eigentlich zu sehen ist.

Überraschend für mich war auch, dass es davon nicht nur einen gibt, sondern gleich ein dutzent. Jeder hat seinen speziellen Zweck, überwacht einen anderen Satelliten.

ESOC Kontrollzentrum

Dieser hier ist speziell für die Dauer des Starts der Satelliten ausgerichtet. In ihm und anderen (die live dazugeschalten werden) trainieren die Mitarbeiter in den Monaten vor einem Start mit Hilfe von Simulationen alle möglichen und unmöglichen Situationen. Als ich dort drin stand waren leider alle Lichtlein aus. Außer schwarzen Bildschirmen nichts spannendes zu sehen.

In den anderen konnte ich allederings jede Menge Tabellen mit grünem Text und Zahlen sehen, die offensichtlich signalisierten dass alles in Ordnung war. Außerdem saßen in jedem Raum immer 1-2 Personen die in Notfällen schnell reagieren können. Zum Glück habe ich trotz meiner zerstörerischen Aura keine Katastrophe ausgelöst. Puuh. ;-)

Danach machte ich mich auch schon wieder auf den Heimweg. Ob sich etwas mit dem ESOC ergeben wird steht sprichtwörtlich in den Sternen. Man wird sehen.

Home Sweet Home

Die Weihnachtszeit bricht an und ich darf endlich zum wohlverdienten Urlaub zurück nach Deutschland. Home Sweet Home.

Am nächsten Mittwoch werde ich wieder für ganze 10 Stunden  im Zug sitzen und nach Hause fahren. (Ich sollte mir noch ein Buch kaufen.) Weihnachten verbringe ich natürlich in Altenburg bei Familie und Freunden. Zu Silvester fahre ich nach Magdeburg.

Was in den letzten Wochen geschah

cern-lhc-damage.jpg Der LHC wurde aufgetaut, die durch den Unfall am 19. September entstandenen Schäden begutachtet und ein Reparaturplan erstellt. D.h. bis Ende Juni 2009 wird es keine Neuigkeiten oder bahnbrechenden Entdeckungen vom LHC geben.

Dann bin ich leider schon lange weg und kann keine vor-ort Infos mehr veröffentlichen. Obwohl ich manchmal sowieso das Gefühl hab, dass die Presse besser über alles informiert wird als wir Mitarbeiter. Naja.

Außerdem bereitet sich alles auf die anstehende Weihnachtspause vor. Das reicht von Plänen was alles abgeschaltet werden kann und was nicht, über Weihnachts-Mittagessen bis zu Bowling-Treffen. Jede Arbeitsgruppe macht eben seine eigene Weihnachts-Veranstaltung.

Ab nächste Woche ist CERN dann bis zum 04. Januar geschlossen. Dank meiner tollen Urlaubsplanung muss ich aber erst am 12. wieder arbeiten.

Für mich steht jetzt erstmal Geschenke kaufen und Bewerbung schreiben auf der Todo-Liste. Für was ich mich bewerbe? Ein Kollege hat mal bei der ESA gearbeitet und gefragt ob die dort einen Studenten wie mich gebrauchen könnten. Also wenn ich nächstes Jahr auf ner Rakete Richtung Sterne fliege, dann hab ich den Job. ;)

Mein Name ist Thomas – Onkel Thomas

Seit gestern gehöre ich zum Club der Onkel. Ist das nicht toll? ;-)

Linus ist sein Name. Viel mehr weiß ich noch nicht. Ich hoffe die Eltern schicken mir bald mal ein Bild von ihm. Aber ich denke sie haben im Moment andere Sorgen.

Mehr wollte ich nicht los werden. :mrgreen: